Im manager-magazin bzw. vor einiger Zeit in der Computerwoche fanden sich Artikel zu den wichtigsten Faktoren, die Projekte scheitern lassen. Es werden 14 Punkte genannt:
  • Falsches Personal
  • Keine erfahrenen Projektmanager
  • Keine Methode
  • Zu viele Prozesse
  • Änderungen beim Projektumfang werden nicht berücksichtigt
  • Keine Ahnung vom Status Quo
  • Probleme ignorieren
  • Umfang nicht klar definieren
  • Zusammenhänge zwischen Projekten nicht sehen
  • Murphy’s Law vergessen
  • Kein Change Management
  • Unvollständige Ablaufpläne
  • Unrealistische Deadlines
  • Fachchinesisch
Diese Punkte lösen bei jedem erfahrenen Projektleiter und Mitarbeiter ein schiefes und wissendes Lächeln aus. Sicher sind alle 14 Punkte richtig und schwierig, die Liste ist jedoch nicht vollständig und einige der Punkte lassen sich zusammenfassen. In einer Untersuchung, die wir vor zwei Jahren durchgeführt hatten kamen wir zu etwas anders lautenden  Schlussfolgerungen:
  • Projekte scheitern nicht an der Technik.
  • Projekte scheitern an fehlender Information und Kommunikation.
  • Projekte scheitern an fehlendem Vertrauen im Projektteam.
  • In Projekt-Teams mit mehr als 4 Mitgliedern sinkt die Erfolgsquote nochmals drastisch. Die gruppendynamische Prozesse stellen hier offensichtlich ein zusätzliches Risiko dar.
  • Die Auswahl des Vorgehensmodells hat keinen Einfluss auf den Projekterfolg.
Dass Prozesse oft nicht helfen und manchmal hinderlich sind, findet sich auch in den 14 Punkten wieder. Unter dem Punkt Kommunikation und Information lassen sich einige der obigen Punkte zusammenfassen. Das “Vertrauen im Team” fehlt hingegen. Eine Nachfolgestudie, die genauer den Aspekt des Teams in SW-Projekten untersucht, ist bereits durchgeführt und wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. In der neueren und noch größeren Untersuchung zeigt sich noch deutlicher wie wichtig der Faktor Team ist. Das “Vertrauen im Team” ist gewissermaßen ein Indikator dafür ob die gruppendynamische Teamentwicklung erfolgreich verlaufen ist. Als Lesestoff bis die neue Studie veröffentlicht wird, hier Titel, Abstract und Downloadlink der alten Studie: Die Bilanz des (Miss)-Erfolges in IT-Projekten Harte Fakten und weiche Faktoren Cleo Becker, Dr. Eberhard Huber Die Erfolgsbilanz von IT-Projekten ist ernüchternd. Die Erfolgsquote liegt, abhängig von der jeweiligen Untersuchung, nur zwischen 20 und 45%. In der vorliegenden Untersuchung wurde der Schwerpunkt erstmalig auf den Zusammenhang zwischen Projekterfolg und sogenannten weichen Faktoren gelegt. Hierzu wurden konkrete, persönliche Erfahrungen der am Projekt Beteiligten erfragt. Im Rahmen einer Online-Befragung wurden neben Daten zum Projekt auch weiche Faktoren wie Arbeitsklima, Verlässlichkeit im Team u.a. abgefragt. Die Korrelation der weichen Faktoren mit dem Projekterfolg legen folgende Schlussfolgerungen nahe: Projekte scheitern nicht an der Technik sondern an fehlender Kommunikation und fehlendem Vertrauen in den Projekt-Teams. In großen Projekten wird die Situation durch gruppendynamische Effekte weiter verschärft. Download, PDF